SCHLOSS

Schloss Goldenberg: Einst Sitz von Rittern und Junkern

Wappen Herren von Goldenberg
Wappen der Herren von Goldenberg

Erstmals in Urkunden erwähnt wird das Schloss Goldenberg im Jahre 1248 als Sitz der Herren von Goldenberg, eines «kyburgischen Dienstmannengeschlechts». Dieses war vom 13. bis ins 15. Jahrhundert im Kriegs- und Verwaltungsdienst für die Herzöge von Österreich tätig und wurde dafür mit Gütern, Rechten und Einkünften bezahlt. Als Vögte amteten die Vertreter des Geschlechts unter anderem über Oberwinterthur und Ellikon an der Thur. Erster Besitzer des Schlosses war Jakob I.

Stich Schloss Goldenberg von David Herrliberger, 1754

Mitte 15. Jahrhundert übernahm das Rittergeschlecht Gachnang das Anwesen. Es heisst, dass nach einem Brand am 15. September 1559 «der hoch gemuret Turm allein davonkam». Nach dem Wiederaufbau ging der Besitz 1577 an die Zürcher Ratsherrenfamilie von Hans Heinrich Holzhalb von Zürich. 60 Jahre später war das Schloss in den Händen von Oberst Kaspar Schmid, ebenfalls ein Zürcher. Dessen Enkel, Junker Kaspar Schmid, kaiserlicher Generalfeldwachtmeister, liess «das Schloss gar schön herstellen». Ein Nachkomme verkaufte das Schloss Goldenberg 1765 mit der Auflage des Wohnrechts auf Lebzeiten an Abraham Brunner, Färber aus Winterthur. Dieser versuchte, den ungeliebten Mitbewohner zu beseitigen, und wurde dafür des zürcherischen Gebietes verwiesen. 

Arnold Vogel-Koller, Besitzer ab 1893

1773 folgte Georg Ulrich Biedermann aus Winterthur, der das landwirtschaftliche Gut ausbaute. 1823 erwarb der begüterte Engländer Jakob van Matter das Schloss, der als grosszügiger Spender galt. Nach seinem Tod 1836 stand das Schloss eine Zeitlang leer. Nach dem Verkauf 1878 wechselte es häufig den Besitzer. 1881 wurde es vom Basler Philipp Schlueb-Ott in ein Gasthaus mit Kuranstalt umgebaut. Am 5. Mai 1893 erwarb Arnold Vogel zum Rechberg in Zürich das Schloss Goldenberg. Es ist noch heute in den Händen seiner Nachkommen, der Familie Kindhauser-Vogel.

125 Jahre Weinbautradition

Die heutige Winzer-Generation auf Schloss Goldenberg kann auf eine Familientradition von 125 Jahren zurückblicken.

Arnold Vogel erweiterte den prächtigen Rebberg, der schon im Mittelalter den Schlosshügel umrahmte. Den jungen Wein lieferte man damals ab Presse mit Ross und Wagen fassweise an Restaurants bis nach Zürich. Auch das Spital Winterthur bezog Wein zur schnellen Genesung der Kranken.

Lohneinträge zur Weinlese 1893
Weinfuhre nach Zürich, 1920
links: Harry Vogel-Buhofer, 1935
rechts: Heinrich Kindhauser-Arbenz mit Sohn Heinrich, 1947

Nach dem Tod von Arnold Vogel ging das Weingut Schloss Goldenberg an dessen Sohn Harry Vogel-Buhofer und später an seine Tochter Lilly Vogel.

Lilly und Heinrich Kindhauser-Vogel, 1980

1958, ein Jahr nach der Heirat von Enkelin Lilly Vogel und Heinrich Kindhauser, gründeten sie gemeinsam mit Vater Heinrich Kindhauser-Arbenz zum Löwen Andelfingen die Heinrich Kindhauser AG. Weinfässer und weiteres Inventar wie die Abfüllerei wurden vom Gasthof Löwen auf den Goldenberg gezügelt.

Schloss Goldenberg Auslese 2018, 1976, 1954

Ab 1958 wurden die Weine auch auf Schloss Goldenberg abgefüllt. Eine goldene Etikette ziert auch heute noch den traditionellen Pinot Noir «Schloss Goldenberg Auslese».

Geschwister Heiner Kindhauser, Ueli Kindhauser und Susette Zoelly-Kindhauser

Die beiden Söhne Heiner und Ueli Kindhauser sowie Tochter Susette Zoelly-Kindhauser führen das Weingut erfolgreich weiter. Sie verfeinern die Kunst des Rebbaus und der Weinpflege Schritt um Schritt. Die Verbindung von traditioneller Vinifikation und moderner Technik ist ihr Erfolgsrezept.